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Bernhard Götzendorfer
eigenes-produkt

BuchhaltGenie: Das Dashboard, das Österreichs drei Kleinunternehmer-Grenzen versteht

Eigenprodukt: Buchhaltungs-Dashboard für österreichische EPUs und KMUs. Modelliert die drei unabhängigen Kleinunternehmer-Grenzen (UStG, GSVG, EStG) als Ampel-Cockpit und baut 12 österreichische Gesetze direkt ins Datenmodell ein.

UStG · GSVG · EStG

Ein Dashboard, drei Kleinunternehmer-Grenzen -- Buchhaltung, die Österreich versteht. Open Beta seit 06/2026.

Auftraggeber: Eigenes Produkt2026Next.js · Supabase · TypeScript · Tailwind · Claude Sonnet
Editorial-Stillleben: Laptop mit Code und Notizbuch mit Architektur-Skizze auf einem Holztisch

Der Schmerz

Eine Einzelunternehmerin macht ein gutes Jahr. Ein paar große Aufträge mehr als sonst, und plötzlich sitzt sie beim Steuerberater, der ihr erklärt: Du hast eine Grenze gerissen -- und zwar schon vor drei Monaten. Rückwirkend umsatzsteuerpflichtig, Nachzahlung inklusive. Das Tückische daran ist nicht die Grenze selbst. Es ist, dass sie es nicht gemerkt hat, weil ihre Software sie nicht kannte.

Genau dieser Moment -- die böse Überraschung beim Steuerberater -- ist der Grund, warum es BuchhaltGenie gibt.

Warum "Kleinunternehmer" in Österreich kein einzelner Wert ist

In Österreich ist "Kleinunternehmer" keine Schwelle, sondern drei. Und sie haben nichts miteinander zu tun:

  • Umsatzsteuer (UStG): Bis €55.000 Brutto-Jahresumsatz darf man ohne Umsatzsteuer fakturieren (Kleinunternehmerregelung § 6 UStG). Darüber wird man umsatzsteuerpflichtig -- rückwirkend ab dem Überschreiten. Eine Überschreitung um bis zu 10 % -- also bis €60.500 -- bleibt einmalig toleriert; erst darüber greift die Pflicht sofort.
  • Sozialversicherung (GSVG): Bei einem Jahresgewinn von €6.613,20 beginnt die volle Pflichtversicherung bei der SVS. Eine ganz andere Zahl, ein ganz anderes Gesetz, eine ganz andere Behörde.
  • Einkommensteuer (EStG): Die Basispauschalierung und die Gewinngrenzen folgen wiederum eigenen Regeln im Einkommensteuergesetz.

Drei Dimensionen, drei Grenzen, drei Zeitpunkte. Die meisten Buchhaltungstools kennen genau eine davon -- meistens die Umsatzgrenze, weil sie am bekanntesten ist. Wer eine der anderen beiden reißt, merkt es erst, wenn es zu spät ist.

In Österreich gibt es nicht eine Kleinunternehmer-Grenze, sondern drei -- und die meisten Tools kennen nur eine. BuchhaltGenie zeigt alle drei als Ampel, bevor man sie reißt.

BuchhaltGenie modelliert alle drei getrennt und stellt sie als Ampel-Cockpit ins Dashboard: Grün heißt komfortabler Abstand, Gelb heißt "schau drauf", Rot heißt "du bist drüber oder kurz davor". Pro Grenze, einzeln. So sieht man auf einen Blick, welche der drei Dimensionen Aufmerksamkeit braucht -- und zwar Wochen vor dem Steuerberater-Termin, nicht danach.

Evidence Diagramm

BuchhaltGenie Threshold / Data-Model-Map

Die drei Kleinunternehmer-Grenzen und das Compliance-Modell als getrennte Schichten.

Kleinunternehmer-Grenzen

UStG

separat modelliert

GSVG

separat modelliert

EStG

separat modelliert

12 Gesetze/Verordnungen

12

direkt im Datenmodell

Open Beta

01.06.2026

Hosting

EU Frankfurt

Gesetzestexte aus findok und RIS

Compliance ist eingebaut, nicht nachgerüstet

Die zweite Säule ist die Rechtssicherheit -- und die liegt nicht in einem Validierungs-Plugin, sondern direkt im Datenmodell. Zwölf österreichische Gesetze und Verordnungen sind in die Struktur eingebaut, nicht nachgerüstet: unter anderem UStG § 11 (Rechnungspflichtfelder), die Steuersätze 20/13/10/0 %, BAO § 132 (7-jährige Aufbewahrungspflicht), UGB, der FinanzOnline-Export, die RKSV und die DSGVO.

Was das konkret heißt: Eine Rechnung kann das System gar nicht erst verlassen, wenn ihr ein UStG-§-11-Pflichtfeld fehlt. Keine Rechnungsnummer in fortlaufender Reihe, keine korrekte Steuersatz-Aufschlüsselung, kein Leistungsdatum -- dann gibt es kein PDF, keinen Versand. Die Regel ist nicht ein Hinweis, den man wegklicken kann. Sie ist eine Wand. Das macht das Tool für jemanden, der die Paragraphen nicht im Kopf hat, deutlich sicherer als eine Checkliste, die man vergessen kann.

Das Dashboard

Das Cockpit fasst zusammen, was eine Unternehmerin morgens wissen will, ohne sich durch Listen zu klicken:

  • Die drei Ampeln für UStG, GSVG und EStG mit dem aktuellen Abstand zur jeweiligen Grenze.
  • Liquidität auf einen Blick -- was ist offen, was ist überfällig, was kommt rein.
  • Fristen für Voranmeldungen, Erklärungen und Aufbewahrung, bevor sie zum Problem werden.
  • KPIs zu Umsatz, Gewinn und offenen Posten im Zeitverlauf.

Das Ziel ist keine Wand aus Zahlen, sondern eine Antwort auf die Frage: Wo stehe ich gerade, und worum muss ich mich als Nächstes kümmern?

Sophie: Antworten auf Basis der aktuellen Gesetzeslage

Sophie ist der eingebettete Assistent. Sie arbeitet mit RAG (Retrieval-Augmented Generation) auf täglich synchronisierten Gesetzestexten aus findok und RIS -- den offiziellen österreichischen Quellen. Wer fragt "Welcher Steuersatz gilt für meine Leistung?" oder "Was muss laut UStG § 11 auf der Rechnung stehen?", bekommt eine Antwort, die sich auf den aktuell geltenden Gesetzestext stützt, nicht auf Modell-Trainingsdaten.

Ehrlich bleibt dabei: Sophie liefert Antworten auf Basis der aktuellen Gesetzestexte. Das heißt nicht, dass jeder Rechenwert im System automatisch tagesaktuell mitzieht -- Gesetzesänderungen, die Beträge betreffen, werden bewusst geprüft und nachgezogen, nicht blind übernommen. Sophie ist ein Ausblick auf das, was als Nächstes wächst, kein Allwissender.

Status und Ergebnis

BuchhaltGenie ist live, Open Beta seit 01.06.2026 unter buchhaltgenie.at. Gehostet in der EU (Frankfurt), DSGVO-konform inklusive der Betroffenenrechte nach Art. 15 (Auskunft), Art. 17 (Löschung) und Art. 21 (Widerspruch). Sicherheit und Barrierefreiheit sind selbst auditiert.

Entstanden ist die Plattform als Solo-Build -- von der Architektur über das Datenmodell bis zur Compliance-Implementierung.

Lessons

Die echte Komplexität war nicht die Technik, sondern das Domänenwissen. Die drei Kleinunternehmer-Grenzen sauber auseinanderzuhalten und im richtigen Moment zu warnen, war mehr Recherche als Code. Wer hier abkürzt, baut ein Tool, das wie alle anderen nur eine Grenze kennt.

Compliance ins Datenmodell zu legen kostet vorne, zahlt hinten. Eine Rechnung, die das System ohne Pflichtfelder nicht verlassen kann, ist aufwändiger zu bauen als eine Warnung im Frontend. Dafür kann sie niemand umgehen -- auch nicht versehentlich.

RAG auf Gesetzestexten ist ein Werkzeug, kein Versprechen. Tagesaktuelle Quellen sind gut, aber Beträge und Rechenlogik gehören geprüft, nicht automatisch durchgereicht. Ehrlich zu sein, wo die Grenze der Automatik liegt, ist Teil des Produkts.